Gefährliche Volkskrankheit:

Obstruktive Schlafapnoe



Schnarchen gilt in erster Linie als lästig – für Betroffene und „Bettnachbarn“ gleichermaßen. Lautes Schnarchen kann jedoch auch ein Anzeichen für eine schwerwiegende Erkrankung sein: die sogenannte Obstruktive Schlafapnoe. Und die ist beileibe keine Seltenheit: Rund 5 Millionen Menschen sind alleine in Deutschland betroffen.

Das griechische Wort Apnoe beschreibt ursprünglich eine Windstille. In der Medizin bezeichnet es ein deutlich dramatischeres Phänomen – das des Atemstillstands. Dementsprechend kennzeichnet das obstruktive Schlafapnoesyndrom neben dem lauten Schnarchen vor allem Atemaussetzer während des Schlafs. Und die können lebensbedrohliche Ausmaße annehmen!

Obwohl Betroffene es nicht unbedingt sofort merken, leidet ihr Schlaf gewaltig unter der Atemnot. Die Konsequenz ist eine permanente, enorme Belastung des Herz- und Kreislaufsystems, das völlig unterversorgt ist mit Sauerstoff. Die gravierenden gesundheitlichen Folgen beginnen bei ständiger Müdigkeit unter Tags, Bluthochdruck, Adipositas (Fettleibigkeit) oder Diabetes Typ 2 und können letztlich zum Herzinfarkt oder Schlaganfall führen.

Ursache für die Obstruktive Schlafapnoe ist meist eine Verengung (= Obstruktion) der Atemwege. Dafür können Nasenpolypen, zu große Mandeln oder auch schiefe Nasenscheidewände verantwortlich sein. Zudem verursacht häufig ein zu kleiner oder zu weit zurückliegender Unterkiefer einen reibungslosen Atemfluss. Denn in diesem Fall befindet sich auch die Zunge zu weit hinten im Rachenraum und verstopft buchstäblich die Atemwege – insbesondere bei Rückenlage der Schlafenden.

Ein Facharzt kann im Verdachtsfall klären, ob Sie am Syndrom der Obstruktiven Schlafapnoe leiden. Er wird Ihnen auch die beste Form der Therapie empfehlen.



Behandlungsmethoden

bei Obstruktiver Schlafapnoe

Was ist ein Obstruktives Schlafapnoesyndrom?

Das Obstruktives Schlafapnoesyndrom (OSAS) wird oft als ein Synonym der obstruktiven Schlafapnoe (OSA) verwendet. Es gibt aber auch Definitionen, welche das obstruktive Schlafapnoesyndrom von der obstruktiven Schlafapnoe unterscheiden. Gemäß diesen Definitionen wird das OSAS in zwei Diagnosen, die obstruktive Schlafapnoe im Erwachsenenalter und die obstruktive Schlafapnoe im Kindesalter, unterteilt.

Obstruktives Schlafapnoesyndrom im Kindesalter

Durchschnittlich sind in Deutschland nur ca. 0,7 bis 2 % aller Kinder vom obstruktiven Schlafapnoesyndrom betroffen. Je nach Alter des Kindes können die sich die Symptome unterscheiden. Grundsätzlich werden aber oft Symptome wie Schnarchen und Schlafstörungen in der Nacht sowie Müdigkeit, Konzentrationsdefizite und Hyperaktivität am Tag beobachtet.
Wie auch im Erwachsenenalter kommt es bei Kindern, welche das obstruktive Schlafapnoesyndrom betrifft, zu einer Verengung oder sogar einem Verschluss der oberen Atemwege beim Schlafen. Dies führt dazu, dass entweder weniger Luft (Hypopnoe) oder dass kurz keine Luft (Apnoe) in die Lungen der Kinder gelangt. Jedoch unterscheiden sich die Ursachen des OSAS im Kindesalter im Vergleich zum OSAS im Erwachsenenalter. Im Kindesalter kann oft eine Vergrößerung (Hyperplasie) der Mandeln im Rachen und/ oder Gaumen für ein obstruktives Schlafapnoesyndrom verantwortlich sein. Auch zählen Kinder mit Erkrankungen wie Morbus Down zu der Risikogruppe für das obstruktive Schlafapnoesyndrom. Im Falle einer Hyperplasie der Mandeln im Rachen/ Gaumen können diese chirurgisch entfernt werde. Aber auch die CPAP-Therapie kann bei Kindern mit OSAS indiziert sein.

Obstruktives Schlafapnoesyndrom im Erwachsenenalter

Das obstruktive Schlafapnoesyndrom tritt im Erwachsenenalter bei etwa 4 bis 9% der Bevölkerung auf und vornehmlich nach dem 40. Lebensjahr. Männer sind öfter vom OSAS betroffen als Frauen. Allerdings wird vermutet, dass etwa 80 bis 90% der Betroffenen keine Diagnose haben. Beim obstruktiven Schlafapnoesyndrom verursacht ein Tonusverlust der Muskulatur des Rachen- und Gaumenbereichs eine Verengung oder sogar eine Blockade der oberen Atemwege. Durch die Druckveränderungen während der Atmung kann es in Verbindung mit schlaffer Rachenmuskulatur zum Kollabieren der oberen Atemwege und so zum Atemaussetzer kommen.
Aufgrund des Widerstands in den Atemwegen kommt es zu einer reduzierten/ fehlenden Sauerstoffversorgung, welche der Körper mit vermehrter Atemanstrengung versucht auszugleichen. Die Kombination aus Sauerstoffmangel und erhöhter Atemanstrengung löst Aufwachreaktionen, sogenannte Arousalreaktionen, aus. Diese sind von einem Anstieg des Blutdrucks begleitet und unterbinden einen erholsamen Schlaf.

Verschiede Ausprägungsgrade von Schnarchen und schlafbezogenen Atmungsstörungen

Der medizinische Fachbegriff für Schnarchen lautet Rhonchopathie. Mit fortschreitendem Alter nimmt die Zahl derer, die Schnarchen, immer mehr zu. Aber ist Schnarchen immer gleich krankhaft? Um diese Frage zu beantworten, müssen zwei wichtige Faktoren beachtet werden.
• Bekommt der Betroffene noch ausreichend Luft? (Dies kann über die Sauerstoffsättigung gemessen werden.)
• Wie häufig treten Hypopnoen und Apnoen auf? Wie lange halten diese jeweils an?


Diese Faktoren sind vor allem davon abhängig, in welchem Ausmaß eine Verengung der oberen Atemwege vorliegt. Liegt nur eine geringe Verengung vor, handelt es sich meist nur um eine Rhonchopathie. Bei einer mittleren Verengung leiden die Betroffenen häufig unter dem „Upper Airway Restistance Syndrom“ oder bereits unter einem leichten obstruktiven Schlafapnoesyndrom. Eine starke Verengung entspricht einer mittelgradigen bis schweren Form des OSAS.

Das „Upper Airway Resistance Syndrom” ist kein obstruktives Schlafapnoesyndrom

Das „Upper Airway Restistance Syndrom” (UARS) zählt zu den schlafbezogenen Atmungsstörungen. Ähnlich wie das obstruktive Schlafapnoesyndrom ist es durch Symptome wie Schnarchen, unruhiges Schlafverhalten, Einschlafstörungen und Müdigkeit charakterisiert. Im Gegensatz zum OSAS kommt es beim UARS zwar zu Verengungen der Rachenraums, allerding zu keinen Verschlüssen. Somit leiden Betroffene unter Hypopnoen, jedoch nicht unter Apnoen. Die Hypopnoen können bei Betroffenen zu Arousalreaktionen während dem Schlaf führen, welche für Erschöpfungszustände und Schläfrigkeit am Tag verantwortlich sind. Ähnlich wie beim OSAS ist auch beim UARS mehr Atemleistung nötig, aufgrund des erhöhten Widerstands der Atemwege. Besteht das UARS über einen längeren Zeitraum, kann es zu Erkrankungen des Herzkreislaufsystems führen.
Jedoch sind beim UARS vermehrt Frauen betroffen. Auch während der Schwangerschaft kann das „Upper Airway Resistance Syndrom“ auftreten.